# Einkommensteuer-Vorauszahlung: Termine, Berechnung & Senkung

Selbständige müssen die Einkommensteuer quartalsweise im Voraus zahlen. Erfahren Sie alles über gesetzliche Fristen, Mindestgrenzen und die Senkung per ELSTER.

**Published:** 2026-07-03  
**Updated:** 2026-07-05  
**Source:** https://aztajournal.com/de/einkommensteuer-vorauszahlung-selbstaendige-termine

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> Selbständige in Deutschland müssen ihre Einkommensteuer vierteljährlich im Voraus bezahlen. Das Finanzamt berechnet diese Vorauszahlungen auf Basis des letzten Steuerbescheids. Dieser Artikel zeigt Ihnen alle gesetzlichen Fristen, Mindestgrenzen für die Festsetzung und clevere Tipps, wie Sie die Zahlungen bei Gewinneinbrüchen unkompliziert anpassen können.

Die **Einkommensteuer-Vorauszahlung** ist eine quartalsweise Steuerzahlung, die Selbständige an das Finanzamt leisten müssen. Sie dient dazu, die voraussichtliche Steuerschuld des laufenden Jahres vorab zu begleichen und hohe Nachzahlungen zu vermeiden. Die genaue Höhe der Zahlungen orientiert sich an Ihrem letzten Einkommensteuerbescheid, kann aber bei Gewinneinbrüchen flexibel herabgesetzt werden.

## Auf einen Blick: Die wichtigsten Fakten zu Vorauszahlungen

- **Vier gesetzliche Termine**: Die Zahlungen sind jeweils am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember fällig.
- **Geringe Mindesthöhe**: Eine Festsetzung erfolgt erst ab einer Jahressumme von mindestens 400 Euro und 100 Euro pro Quartal.
- **Flexible Anpassung**: Der Vorauszahlungsbescheid steht unter Vorbehalt der Nachprüfung und kann jederzeit per ELSTER geändert werden.

## Was ist die Einkommensteuer-Vorauszahlung für Selbständige?

Die **Einkommensteuer-Vorauszahlung** ist eine gesetzlich geregelte Abschlagszahlung auf die Jahressteuerschuld gemäß des deutschen Einkommensteuergesetzes. Sie verpflichtet Selbständige, Freiberufler und Gewerbetreibende dazu, Teile ihrer erwarteten Einkommensteuer bereits während des laufenden Kalenderjahres an das Finanzamt zu entrichten. Dadurch stellt der Staat eine kontinuierliche Steuereinnahme sicher und schützt Steuerpflichtige vor Existenzrisiken durch hohe Nachforderungen.

## An welchen Terminen ist die Vorauszahlung fällig?

Die Fälligkeitstermine für die vierteljährlichen Abschlagszahlungen sind im Einkommensteuergesetz gesetzlich verankert. Gemäß § 37 Abs. 1 EStG müssen Selbständige die Beträge zu vier festen Terminen an die Finanzkasse überweisen.

| Quartal | Fälligkeitstermin gemäß § 37 Abs. 1 EStG | Zahlungsfrist |
| --- | --- | --- |
| 1. Quartal | 10. März | Drei Tage Schonfrist bei Überweisung |
| 2. Quartal | 10. Juni | Drei Tage Schonfrist bei Überweisung |
| 3. Quartal | 10. September | Drei Tage Schonfrist bei Überweisung |
| 4. Quartal | 10. Dezember | Drei Tage Schonfrist bei Überweisung |

## Wie berechnet das Finanzamt die Höhe der Vorauszahlungen?

Für die Berechnung der Vorauszahlung zieht das Finanzamt die Einkommensteuer des letzten veranlagten Kalenderjahres heran. Nach § 37 Abs. 3 EStG dient diese Steuerfestsetzung abzüglich anzurechnender Steuerabzugsbeträge als direkte Grundlage. Das Finanzamt kann die Höhe bis zum Ablauf des fünfzehnten Kalendermonats nach dem jeweiligen Veranlagungszeitraum anpassen.

### Welche Kosten werden bei der Berechnung nicht berücksichtigt?

Bei der Ermittlung der Vorauszahlungshöhe filtert das Finanzamt bestimmte private Abzugsposten heraus. Nach § 37 Abs. 3 EStG bleiben Sonderausgaben unberücksichtigt, es sei denn, sie übersteigen im Kalenderjahr die Grenze von 600 Euro. Ebenso finden Aufwendungen für die private Altersvorsorge nach § 10a Abs. 1 EStG standardmäßig keine Berücksichtigung bei der laufenden Berechnung.

## Ab welcher Höhe werden Vorauszahlungen festgesetzt?

Das Finanzamt setzt Vorauszahlungen nur dann fest, wenn die gesetzlich definierten Mindestschwellen überschritten werden. Diese Mindestbeträge verhindern einen unverhältnismäßigen Verwaltungsaufwand bei geringen Steuerschulden.

- **Mindestjahresbetrag**: Die berechnete Vorauszahlung muss im gesamten Kalenderjahr mindestens **400 Euro** betragen nach § 37 Abs. 5 EStG.
- **Mindestquartalsbetrag**: Der auf den einzelnen Vorauszahlungstermin entfallende Betrag muss mindestens **100 Euro** erreichen.
- **Erhöhungen unterjährig**: Bei regulären unterjährigen Erhöhungen muss der Erhöhungsbetrag je Termin mindestens **100 Euro** ausmachen.

## Unter welchen Bedingungen droht eine nachträgliche Erhöhung?

Eine nachträgliche Erhöhung der Vorauszahlungen ist nach den Regeln des § 37 Abs. 4 EStG nur unter strengeren Hürden zulässig. Dies betrifft Änderungen des Finanzamts, die erst nach Ablauf des Kalenderjahres vorgenommen werden. Eine solche nachträgliche Erhöhung ist gesetzlich nur dann möglich, wenn der zusätzliche Erhöhungsbetrag insgesamt mindestens **5.000 Euro** erreicht.

## Warum steht der Vorauszahlungsbescheid unter Vorbehalt?

Der Vorauszahlungsbescheid wird vom Finanzamt gesetzlich immer unter dem **Vorbehalt der Nachprüfung** erlassen. Diese rechtliche Eigenschaft ergibt sich direkt aus § 164 Abs. 1 der Abgabenordnung (AO). Dies bedeutet, dass die Festsetzung für beide Seiten flexibel bleibt und ohne besondere Begründung jederzeit geändert werden kann.

Durch den Vorbehalt nach § 164 AO kann das Finanzamt die Zahlungen bei steigenden Profiten von Amts wegen anheben. Gleichzeitig haben Sie dadurch das Recht, bei wirtschaftlichen Einbrüchen formlos eine Herabsetzung zu beantragen. Erst mit dem endgültigen Einkommensteuerbescheid für das jeweilige Jahr erledigt sich dieser temporäre Vorbehalt.

## Wie kann ich die Vorauszahlung herabsetzen lassen?

Wenn Ihre Gewinne sinken, können Sie die vierteljährlichen Vorauszahlungen anpassen lassen. Folgen Sie diesen Schritten, um die Herabsetzung direkt über das Online-Portal ELSTER zu beantragen.

1. **Gewinn prognostizieren**: Ermitteln Sie Ihren voraussichtlichen Jahresgewinn mithilfe einer aktuellen betriebswirtschaftlichen Auswertung (BWA).
2. **Antragsformular in ELSTER öffnen**: Melden Sie sich im ELSTER-Portal an und wählen Sie das Formular für die Anpassung von Vorauszahlungen.
3. **Zahlen eintragen und begründen**: Tragen Sie den geminderten Gewinn ein und fügen Sie eine plausible Erklärung oder Nachweise über den Umsatzrückgang hinzu.
4. **Antrag elektronisch übermitteln**: Senden Sie den Antrag digital ab und warten Sie auf den abgeänderten Vorauszahlungsbescheid des Finanzamts.

## Wie läuft die Festsetzung bei Existenzgründern ab?

Bei einer Existenzgründung liegen dem Finanzamt logischerweise noch keine Steuerbescheide aus den Vorjahren vor. Die Festsetzung der Vorauszahlungen erfolgt in diesem Fall auf Basis der eigenen Angaben im **Fragebogen zur steuerlichen Erfassung**. Neugründer sollten dort realistische, aber eher vorsichtige Schätzungen zu Umsatz und Gewinn eintragen.

## Welche Folgen haben vergessene oder zu niedrige Zahlungen?

Die Nichteinhaltung der gesetzlichen Vorauszahlungstermine kann für Selbständige schnell teuer werden. Wenn Sie die fälligen Beträge nicht rechtzeitig überweisen, entstehen automatisch **Säumniszuschläge** nach den gesetzlichen Bestimmungen der Abgabenordnung. Diese betragen für jeden angefangenen Monat der Säumnis ein Prozent des abgerundeten rückständigen Steuerbetrags.

Zu niedrige Vorauszahlungen führen am Ende des Veranlagungszeitraums zu einer hohen Steuernachzahlung. Falls die endgültige Steuererklärung sehr spät eingereicht wird, drohen zudem Nachzahlungszinsen nach § 233a AO. Der Zinssatz liegt gesetzlich fest und beläuft sich aktuell auf 0,15 Prozent pro Monat, was aufs Jahr hochgerechnet 1,8 Prozent entspricht.

### Wie hoch muss die Einkommensteuer-Vorauszahlung mindestens sein?

Gemäß § 37 Abs. 5 EStG setzt das Finanzamt Vorauszahlungen nur fest, wenn der Jahresbetrag mindestens 400 Euro beträgt. Zudem muss der errechnete Betrag pro Fälligkeitstermin mindestens 100 Euro erreichen, um erhoben zu werden.

### Kann ich die Vorauszahlung beim Finanzamt formlos herabsetzen lassen?

Ja, Sie können einen formlosen Antrag auf Herabsetzung beim Finanzamt einreichen. Der sicherste und schnellste Weg ist jedoch die elektronische Übermittlung über das ELSTER-Portal mit einer kurzen betriebswirtschaftlichen Begründung.

### Was passiert, wenn ich die Vorauszahlungstermine nicht einhalte?

Bei verspäteter Zahlung fallen Säumniszuschläge in Höhe von einem Prozent des Rückstands pro angefangenem Monat an. Zudem kann das Finanzamt ein Mahnverfahren einleiten und schließlich säumige Beträge vollstrecken.

### Wie berechnet sich die Vorauszahlung im ersten Jahr der Selbständigkeit?

Das Finanzamt nutzt Ihre geschätzten Angaben aus dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung als Berechnungsgrundlage. Auf Basis dieses erwarteten Gewinns wird eine theoretische Einkommensteuer ermittelt und auf die Fälligkeitstermine aufgeteilt.
