# Kirchenaustritt 2026: Wie viel Steuern sparen Sie wirklich?

Ein Kirchenaustritt im Jahr 2026 senkt die Abgabenlast. Doch durch den wegfallenden Sonderausgabenabzug liegt der tatsächliche finanzielle Nettovorteil bei rund 65 bis 70 Prozent der nominalen Kirchensteuer.

**Published:** 2026-07-06  
**Updated:** 2026-07-06  
**Source:** https://aztajournal.com/de/kirchenaustritt-steuern-sparen

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> Ein Kirchenaustritt im Jahr 2026 beendet die gesetzliche Abgabenpflicht gegenüber den christlichen Kirchen. Da die Kirchensteuer jedoch als Sonderausgabe absetzbar ist, liegt der tatsächliche finanzielle Nettovorteil nach dem Austritt bei etwa zwei Dritteln der bisher gezahlten Beträge.

Wer im Jahr 2026 aus der Kirche austritt, spart bares Geld bei der monatlichen Abrechnung. Die echte Netto-Ersparnis beträgt aufgrund der steuerlichen Wechselwirkungen im Durchschnitt rund 65 bis 70 Prozent der auf dem Lohnzettel ausgewiesenen nominalen Kirchensteuer.

## Auf einen Blick: Wie viel sparst du durch den Kirchenaustritt?

Durch den Kirchenaustritt entfällt die monatliche Kirchensteuerzahlung, was direkt zu einem höheren Nettoeinkommen führt. Die wichtigsten Kernfaktoren zur Ersparnis stellen sich wie folgt dar:

- Die Nettoersparnis beträgt ca. 65 bis 70 Prozent der nominalen Steuerbelastung.
- Der Grund für den verringerten Spareffekt liegt im wegfallenden Sonderausgabenabzug.
- Ein zu versteuerndes Einkommen unter dem steuerlichen Grundfreibetrag ist ohnehin von der Kirchensteuer befreit.
- Die Verringerung der Steuerbelastung tritt unmittelbar nach der Wirksamkeit des Austritts ein.

## kirchensteuer austreten wie viel sparen

Die Ersparnis bei einem Kirchenaustritt hängt direkt von der Höhe der festgesetzten Einkommensteuer ab. Der gesetzliche Grundfreibetrag im Jahr 2026 liegt bei 12.348 Euro für Einzelpersonen, weshalb darunter keine Einkommensteuer und somit auch keine Kirchensteuer anfällt.

Die Kirchensteuer wird als Prozentsatz der Einkommensteuer erhoben, wobei in Bayern und Baden-Württemberg ein Steuersatz von 8 Prozent gilt, während alle anderen Bundesländer einen Steuersatz von 9 Prozent veranschlagen. Die folgende Tabelle vergleicht die Ersparniswerte für das Jahr 2026 bei verschiedenen Einkommen:

| Zu versteuerndes Einkommen | Einkommensteuer 2026 | Kirchensteuer 9 % (z. B. NRW) | Kirchensteuer 8 % (Bayern/BW) |
| --- | --- | --- | --- |
| 30.000 € | ~4.300 € | 387 € / Jahr | 344 € / Jahr |
| 40.000 € | ~7.320 € | 659 € / Jahr | 586 € / Jahr |
| 60.000 € | ~13.978 € | ~1.132 € / Jahr | ~1.006 € / Jahr |

## Warum ist der Netto-Spareffekt kleiner als gedacht?

Die echte finanzielle Ersparnis ist geringer als die auf der Gehaltsabrechnung ausgewiesene Kirchensteuer, weil die gezahlte Kirchensteuer die persönliche Einkommensteuer mindert. Nach Paragraph 10 Absatz 1 Nummer 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) gilt die Kirchensteuer als unbegrenzt abziehbare Sonderausgabe.

Wer Kirchensteuer zahlt, senkt damit sein zu versteuerndes Einkommen und erhält bei der Steuererklärung einen Teil der gezahlten Summe zurück. Fällt diese Sonderausgabe durch einen Kirchenaustritt weg, erhöht sich das zu versteuernde Einkommen im Gegenzug, wodurch sich die Erstattung mindert.

Am Beispiel eines Steuerzahlers in Nordrhein-Westfalen mit einem Einkommen von 40.000 Euro im Jahr 2026 zeigt sich diese Mechanik deutlich: Die nominale Kirchensteuer beträgt hier 659 Euro im Jahr. Durch den Sonderausgabenabzug mindert sich die Einkommensteuer um rund 165 Euro, sodass der reelle Netto-Spareffekt nach dem Austritt bei etwa 494 Euro im Jahr liegt.

## kirchensteuer austreten wie

Der Kirchenaustritt erfordert einen förmlichen Amtsweg bei den staatlichen Behörden vor Ort. Das Verfahren läuft standardisiert ab und umfasst die folgenden Schritte:

1. Der Austritt muss persönlich beim zuständigen Standesamt oder dem Bürgerservice der Gemeinde erklärt werden.
2. Für den Behördengang ist ein gültiger Personalausweis oder Reisepass zwingend erforderlich.
3. Die Verwaltungsgebühr für die Bearbeitung liegt je nach Bundesland und Gemeinde zwischen 10 Euro und 60 Euro.
4. Die steuerliche Kirchensteuerpflicht endet gesetzlich mit dem Ablauf des Kalendermonats, in dem die Austrittserklärung rechtswirksam abgegeben wurde.
5. Im laufenden Übergangsjahr berechnet das Finanzamt die Kirchensteuer zeitanteilig für jeden vollen Monat der Mitgliedschaft mit einem Zwölftel.

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In der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden erfolgt der Kirchenaustritt persönlich beim zuständigen Standesamt im Rathaus oder in den jeweiligen Ortsverwaltungen. Für die rechtswirksame Erklärung ist ein gültiges Ausweisdokument vorzulegen. Die Verwaltungsgebühr im Bundesland Hessen beläuft sich auf eine einmalige Gebühr von 30 Euro pro Person.

## Achtung bei Verheirateten: Was ist das besondere Kirchgeld?

Für gemeinsam veranlagte Ehepartner kann der Kirchenaustritt eines Partners eine unerwartete Steuerpflicht nach sich ziehen. Wenn nur ein Ehegatte aus der Kirche austritt und das verbleibende Kirchenmitglied kein oder ein geringeres Einkommen erzielt, erheben einige Landeskirchen das sogenannte besondere Kirchgeld.

Diese Sondersteuer orientiert sich am gemeinsamen Lebensführungsaufwand der Ehegatten und bemisst sich direkt nach dem gemeinsam versteuerten Einkommen des Paares. Dadurch kann die Gesamtersparnis der Familie geringer ausfallen als kalkuliert, obwohl ein Partner die Kirche formal verlassen hat.

## Häufige Fragen zum Kirchenaustritt

### Wann ist der Kirchenaustritt steuerlich wirksam?

Die Kirchensteuerpflicht endet mit dem Ablauf des Kalendermonats, in dem der Kirchenaustritt offiziell beim Standesamt oder Bürgerbüro erklärt wurde. Im folgenden Monat wird die Steuer nicht mehr vom Lohn einbehalten.

### Wie weise ich dem Finanzamt meinen Kirchenaustritt nach?

Der Nachweis erfolgt über die offizielle Austrittsbescheinigung, die vom Standesamt oder der Meldebehörde ausgehändigt wird. Diese Bescheinigung sollte sorgfältig und dauerhaft aufbewahrt werden.

### Kann man die Kirchenaustrittsgebühr von der Steuer absetzen?

Nein, die einmaligen Verwaltungsgebühren für den behördlich vollzogenen Kirchenaustritt können nicht als Sonderausgaben oder Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden.

### Welche Nachteile hat ein Kirchenaustritt?

Mit dem Austritt verliert man den Anspruch auf kirchliche Sakramente wie die kirchliche Trauung oder ein kirchliches Begräbnis. Zudem ist die Anstellung bei kirchlichen Trägern wie Diakonie oder Caritas oft an die Kirchenmitgliedschaft gebunden.
