# Vorsteuerabzug für Kleinunternehmer: Wann lohnt sich der Verzicht?

Erfahren Sie, wann sich der freiwillige Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung lohnt, wie Sie die Vorsteuer ziehen können und welche Fristen für die Regelbesteuerung gelten.

**Published:** 2026-07-13  
**Updated:** 2026-07-13  
**Source:** https://aztajournal.com/de/vorsteuerabzug-kleinunternehmer-verzicht

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> Dieser Ratgeber erklärt die gesetzlichen Regeln für Kleinunternehmer. Er zeigt auf, wann der Verzicht auf die Steuerbefreiung steuerlich vorteilhaft ist und wie Sie den Vorsteuerabzug durch die Option zur Regelbesteuerung für Ihr Unternehmen nutzen können.

## Auf einen Blick: Vorsteuerabzug für Kleinunternehmer

Als Kleinunternehmer müssen Sie die grundlegenden steuerlichen Regeln für Ihre Ausgaben genau kennen. Der Gesetzgeber verbindet die vereinfachte Buchführung mit klaren Einschränkungen beim Vorsteuerabzug.

- Kein automatischer Vorsteuerabzug: Kleinunternehmer können die gezahlte Umsatzsteuer standardmäßig nicht vom Finanzamt zurückfordern.
- Option zum Verzicht: Sie können freiwillig zur Regelbesteuerung optieren, um den vollen Vorsteuerabzug bei Anschaffungen freizuschalten.
- Fünf Jahre Bindungsfrist: Die Entscheidung gegen die Kleinunternehmerregelung bindet Ihr Unternehmen für mindestens fünf Kalenderjahre.

## Kann ich als Kleinunternehmer die Vorsteuer ziehen?

Nein, als steuerlicher Kleinunternehmer können Sie die Vorsteuer aus Ihren betrieblichen Eingangsrechnungen im Regelfall nicht beim Finanzamt geltend machen. Diese Einschränkung ergibt sich direkt aus dem Zusammenspiel von § 19 und § 15 des Umsatzsteuergesetzes.

Wer die bürokratischen Erleichterungen der Kleinunternehmerregelung nutzt, zahlt auf seine eigenen Leistungen keine Umsatzsteuer. Im Gegenzug bleibt die Umsatzsteuer auf Einkäufe und betriebliche Anschaffungen jedoch als echter Kostenfaktor an Ihnen hängen.

## Was ist die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG?

Die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG ist eine gesetzliche Vereinfachungsregelung im deutschen Steuerrecht für Unternehmer mit geringen Umsätzen. Liegt der Gesamtumsatz im vorangegangenen Kalenderjahr unter 25.000 Euro und im laufenden Jahr voraussichtlich unter 100.000 Euro, wird die Umsatzsteuer auf die erbrachten Leistungen nicht erhoben.

Diese Regelung entlastet Gründer und kleine Betriebe von der monatlichen oder vierteljährlichen Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen. Sie schafft jedoch finanzielle Nachteile, wenn zu Beginn der Selbstständigkeit hohe Investitionen getätigt werden müssen.

## Warum ist der Vorsteuerabzug gesetzlich ausgeschlossen?

Der Gesetzgeber schließt den Vorsteuerabzug für steuerfreie Kleinunternehmer aus systematischen Gründen über die Vorschrift des § 15 Abs. 3 Satz 2 UStG aus. Dieses Prinzip verhindert, dass Unternehmer Steuern zurückfordern, ohne selbst dem staatlichen System der Umsatzbesteuerung bei ihren Verkäufen zu unterliegen.

Die Umsatzsteuer ist als Allphasen-Netto-Umsatzsteuer mit Vorsteuerabzug konzipiert. Da Sie als Kleinunternehmer keine Umsatzsteuer auf Ihren Rechnungen ausweisen und abführen, sind Sie nicht Teil dieser Besteuerungskette. Daher wird Ihnen auch die Erstattung der gezahlten Vorsteuer verwehrt.

## Wie funktioniert der Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung?

Ein Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung ermöglicht den sofortigen Vorsteuerabzug, erfordert jedoch eine formale Erklärung gegenüber Ihrem zuständigen Wohnsitz- oder Betriebsstättenfinanzamt. Dieser Schritt führt direkt in die steuerliche Regelbesteuerung.

- Schriftliche Erklärung: Der Verzicht kann formlos gegenüber dem Finanzamt erklärt werden und erfolgt oft bereits im steuerlichen Erfassungsbogen.
- Abgabefrist beachten: Sie können die Steueroption bis zum letzten Werktag des Februars des zweiten Folgejahres rückwirkend für das Vorjahr erklären.
- Fünfjährige Bindung: Nach der bindenden Erklärung sind Sie für fünf Kalenderjahre an die Regelbesteuerung und den Vorsteuerabzug gekoppelt.

## Wann lohnt sich die Option zur Regelbesteuerung?

Die Option zur Regelbesteuerung lohnt sich besonders dann, wenn Ihre Kunden überwiegend Geschäftskunden sind oder Sie hohe Anfangsinvestitionen planen. In diesen Fällen kompensiert die erstattete Vorsteuer den bürokratischen Mehraufwand.

| Kriterium | Kleinunternehmerregelung | Option zur Regelbesteuerung |
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| Zielgruppe des Betriebs | Privatkunden (B2C), da keine Umsatzsteuer aufgeschlagen wird | Geschäftskunden (B2B), da diese die Vorsteuer ziehen können |
| Investitionsphase | Ungünstig bei hohen Anschaffungskosten ohne Erstattung | Sehr attraktiv, da die Umsatzsteuer rückerstattet wird |
| Bürokratischer Aufwand | Sehr gering, keine laufenden Steuervoranmeldungen | Höher durch regelmäßige Umsatzsteuervoranmeldungen |

### Kann ich rückwirkend auf die Kleinunternehmerregelung verzichten?

Ja, der Gesetzgeber erlaubt einen rückwirkenden Verzicht bis zum Ablauf des Februars des zweiten Folgejahres. Voraussetzung ist, dass für das betroffene Jahr noch keine Steuerfestsetzung unanfechtbar geworden ist.

### Was passiert mit der Vorsteuer bei einer Anschaffung kurz vor dem Wechsel zur Regelbesteuerung?

Erwerben Sie Anlagevermögen als Kleinunternehmer und wechseln danach zur Regelbesteuerung, kann unter den Voraussetzungen des § 15a UStG eine zeitanteilige Vorsteuerberichtigung vorgenommen werden.

### Muss ich als Kleinunternehmer überhaupt eine Umsatzsteuererklärung abgeben?

Ja, Sie müssen auch als Kleinunternehmer im Rahmen der jährlichen Steuererklärung eine Umsatzsteuererklärung beim Finanzamt einreichen. Darin weisen Sie nach, dass Sie die Umsatzgrenzen eingehalten haben.
